Grillen oder nicht grillen?

BBQ’ing

Lecker, der Geruch von gegrilltem Fleisch … hmmm … bin ich jetzt kanibalisch veranlagt? Nein; ich bin auch ehrlich gesagt kein allzu großer Brutzler. Einmal pro Monat Grillen reicht mir.

Auch wenn ich Natur und Tiere mag: Ganz fleischlos lebe ich bislang noch nicht und der Duft von Gegrilltem lässt mir immer noch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Wir waren gerade wieder in Südamerika; da wird laufend gegrillt, eigentlich jedes Wochenende. Fast jedes Haus besitzt einen gemauerten Grill mit Kamin im Garten, schnell hat man bei den Freunden herumtelefoniert und die benötigten Zutaten aus dem Supermarkt geholt. Jeder bringt etwas mit: Fleisch, Salat, Brot, Getränke und man braucht hier eigentlich gar keinen Grund zum Grillen. Ich mag die Grillatmosphäre: zusammen sein, lockere Gespräche, es geht mit und ohne Caipirinha, mit oder ohne Bier, auch die Kinder sind immer dabei. Hier spielt das Wetter auch fast immer mit. Jetzt ist es dort gerade Winter, um 20 Grad, also noch angenehm genug, um draußen zu sein.

Das Wetter spielt aber nicht immer und nicht überall mit. In Deutschland beschränken wir uns deshalb mit dem Grillen dann eher auf die Sommermonaten. Mit Winterhandschuhen auf der Terrasse zu grillen ist nicht so mein Ding. Und drinnen grillen mag ich auch nicht so besonders.

Da wir recht gesund leben, bin ich gesundheitlich schon ein bisschen besorgt, von wegen Fett oder Rußrückständen; letztere sollen ja krebserregend sein. Als ich noch ein Kind war, hat man sich da nicht so viele Gedanken drum gemacht: Wir Kinder hatten im Garten ein Steingrill gebaut; hierauf konnten wir Brot auf Holzspießen rösten, Frikadellen brutzeln und Kartoffeln in der Glut grillen. Heutzutage würde sich möglicherweise der Nachbar über den Rauch beschweren oder die Umweltbehörde wegen der Brandgefahr einschreiten …

Grillen im eigenen Garten oder auf der Terrasse finde ich ok. Auf dem Grillplatz oder am See weniger. Die Plätze sind oft total überlaufen, Toiletten fehlen oder sind verdreckt, Müll liegt überall hereum. Was beim Grillen aber nie zu kurz kommt, ist die Geselligkeit: Man kann ungezwungen zusammen sein, in Etappen essen, stundenlang quatschen und lachen. Allerdings finde ich es dann nicht gut, wenn nach einigen Stunden die Hälfte der Leute schon sturzbesoffen ist.

Wenn wir Grillen gibt`s natürlich Fleisch und Würstchen, Weißbrot oder Brötchen ebenfalls. Unsere Kinder lieben Folienkartoffeln, dazu mache ich häufig Quarksoße oder Zaziki. Fisch ist meist auch dabei. Nicht fehlen dürfen ebenfalls Salate, auch im Hinblick darauf, dass einige unserer Freunde Vegetarier sind.

Was kann man eigentlich noch alles grillen?

Wie wäre es mal zur Abwechslung mit Ananas oder Pfirsich? Ebenfalls mal ausprobieren: Krabben, Frikadellen, Tofu, Avocado, Paprika, Bananen in der Schale, Wassermelone, Tomaten, Zwiebeln, Maiskolben, Speck, Zucchini, Artischocken, Marshmallows, Baguette oder Brötchen und natürlich Kartoffeln.

Welcher Grill?

Elektrische Grills sind praktisch, auch für drinnen oder wenn der Platz fehlt. Gasgrills geben zwar sofort Wärme ab, aber ich finde, nichts kann diese wunderschöne rote-weiße Glut ersetzen.

Ich bevorzuge den Kohlegrill, auch wegen des Rauchgeschmacks. Holzkohle hält die Hitze für längere Zeit. Beim Anfeuern ist natürlich Geduld und Können erforderlich. Zum Anzünden nehmen wir Papierwürfel plus Kaminstreichhölzer. Kein Benzin, das schmeckt sonst und ist auch gefährlich. Bei Gasgrills sollte man immer drauf achten, dass die Dichtungen und Anschlüsse ok sind. Bei den Kohlegrills auf die Windrichtung achten und dass die Kinder nicht direkt daneben stehen. Gasgrills sind leichter zu reinigen und als Wärmquelle leicht zu steuern; aber es mangelt eben an Geschmack. Ich persönlich mag auch kein Gas; finde es immer irgendwie gefährlich. Ein kleiner Nachteil am Kohlegrill ist die Asche. Unser großer Grill hat einen praktischen Deckel, den man einfach zuklappen kann, wenn die Grillerei fertig ist. So fliegen keine Funken und die Brandgefahr ist fast null.

Auf den Fotos zwei einfache Grills für Kohle, einen großen mit Deckel und einen transportablen, der immer mitgenommen wird zum Strand. Letzterer kann mit wenigen Handgriffen zusammengebaut werden.

Die Kohle auf unserem großen Grill wird innerhalb von 10 bis 15 Minuten heiß, produziert trockene Hitze und sorgt für hohe Temperaturen; man muss halt in regelmäßigen Abständen Holzkohle nachfüllen. Dafür bekommt das Fleisch bzw. die anderen Lebensmittel aber diese schöne Kruste. Einige unserer Bekannten benutzen auch Briketts; die mag ich aber nicht, denn ich finde, sie haben einen chemischen Geruch.

Beim Grill auf dem zweiten Foto hat Onkelchen, unser „Chefgriller“, den Wind nicht beachtet. Somit trifft hier der Satz „Geräuchert hält länger“ genau ins Schwarze. Das beeinträchtigt natürlich in keinster Weise den Spaß, den wir beim Grillen immer haben. Wir grillen meist reium, sodass jeder mal „dran ist“.

Eine großartige Grillausrüstung besitzen ehrlich gesagt nicht. Nur einige Spieße und eine Zange. Dazu zwei größere Holzbretter zum Servieren von Fleisch, Wurst oder Fisch. Ich mache sehr gerne „kebops“, gemischte Fleisch-Gemüse-Spieße. Das Fleisch mariniere ich meist am Vorabend; u.a. gebe ich Olivenöl, Knoblauch und Kräuter dazu.

Kritikpunkte

Forscher sagen, dass sich während des Grillvorgangs zwei Arten von krebsfördernden Chemikalien bilden (Dickdarmkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs):

  • PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) durch Fett, das auf Flammen tropft („flares“)
  • Heterozyklische Amine wenn das Fleisch zu lange gegrillt oder zu hohen Temperaturen ausgesetzt wurde.

Um das Tropfen des Fettes zu verhindern, kann man den Grill mit einer Folie bedecken sowie mageres Fleisch benutzen Antioxidationsmittel wie Essig, Zitrone, Rotwein als Marinade benutzen Verbrannte Teile vom Fleisch abschneiden Fleisch in der Mikrowelle „vorkochen“ und nur kurz grillen, um den Geschmack zu erhalten Ungestörtes Grillvergnügen: Recht und Vorsichtsmaßnahmen

Grillen ist auch in den Sommermonaten kein Grundrecht. Normalerweise wird einmaliges bis zweimaliges Grillen pro Monat „hingenommen“. Jedoch müssen sich viele Gerichte mit „Grillprozessen“ befassen; hier geht es dann um Belästigung durch Rauch, Geruch oder Lärm.

Feuerwehren raten zu einem kippsicheren Grill, der im Windschatten aufgestellt werden sollte. Man sollte darauf achten, Kinder und Tiere fernzuhalten, sowie darauf, dass weder Glut noch Flugasche verweht werden. Löschmittel wie Wasser, Sand, eine Decke oder ein Feuerlöscher sollten immer bereitgehalten werden. Natürlich sollte ein brennender Grill niemals unbeaufsichtigt gelassen werden.

 

 

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/12744/